Dr. Ida P. Rolf

Wir alle halten nach einer Möglichkeit Ausschau, das menschliche Potential zu aktivieren. Wir suchen nach einer Möglichkeit, unsere körperliche und geistige Vitalität zu verbessern. Wenn wir uns eine aufrechtere Haltung zulegen, entwickeln wir uns in Richtung unseres evolutionären Potentials.

Dr. Ida Rolf P. Rolf war eine Vorreiterin der Faszienforschung und der Faszientherapie. Sie hatte frühzeitig ein grundlegendes Verständnis von der wichtigen Rolle unseres Bindegewebes. Erst Jahrzehnte nach ihrem Tod hat die Wissenschaft jetzt begonnen, Ida Rolfs wegweisende Beobachtungen zubelegen.

Als eine der ersten Frauen in den USA erwarb Ida Rolf 1920 einen Doktortitel in Biochemie an der Columbia University. Danach arbeitete sie am renommierten Rockefeller-Institut. Als Wissenschaftlerin studierte sie vor allem die Eigenschaften des menschlichen Bindegewebes. Daneben beschäftigte sie sich mit Yoga, Osteopathie und Homöopathie.

Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte Ida Rolf ihre Behandlungsmethode, die auf einem ganzheitlichen Verständnis unseres Körpers beruht und einbezieht, wie Verspannungen entstehen und sich gegenseitig beeinflussen. Ihre eingehende Beschäftigung mit Yoga und Osteopathie sowie der intensive Austausch mit Zeitgenossen wie Moshe Feldenkrais, F.M. Alexander und Fritz Perls (dem Begründer der Gestalttherapie) beeinflussten Ida Rolf bei der Entwicklung ihrer klassischen Zehner-Behandlungsserie im Rolfing.

Grundlegend war dabei die Erkenntnis, dass die Schwerkraft für Körperstruktur und Bewegungskoordination sowie die für räumliche Wahrnehmung von entscheidender Bedeutung ist. Durch eine Aufrichtung des Körpers entlang der “Lotlinie” kann die Schwerkraft als positive, auftriebgebende Kraft genutzt werden. Ida Rolf nannte ihre Methode ”žStrukturelle Integration“.

Anfang der 70er Jahre gründete Ida Rolf ihr eigenes Institut in Boulder im US-Bundesstaat Colorado, wo sie bis zu ihrem Tod 1979 unterrichtete.