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Dr. Ida Rolf - Begründerin der Rolfing Methode

Rolfing® Strukturelle Integration - Die Entwicklung der Methode

Dr. Ida P. Rolf

Rolfing® Strukturelle Integration (SI) wurde von der US-Amerikanerin Dr. Ida Pauline Rolf begründet. Sie wurde 1896 in New York geboren und erlangte 1916 ihren Abschluss am New Yorker Barnard College. Vier Jahre später promovierte sie in Biochemie an der Columbia University in New York. Sie war eine der ersten Frauen, die einen Doktortitel in einem naturwissenschaftlichen Fach erwerben konnte.

Ihr Werdegang

Als Wissenschaftlerin war Dr. Rolf in den folgenden 12 Jahren im New Yorker Rockefeller Institute tätig. Hier widmete sie sich Forschungsprojekten zu organischer Chemie und Chemotherapie. Während eines längeren Aufenthalts in Europa studierte sie Physik und Mathematik an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich. Zusätzlich belegte sie Kurse in homöopathischer Medizin in Genf.

Zu diesem Zeitpunkt war ihr Interesse am menschlichen Körper bereits geweckt. Sie hatte seit einem Reitunfall in der Jugend Rückenschmerzen und Lungenbeschwerden, die mit Hilfe der gängigen Schulmedizin nicht erfolgreich behandelt werden konnten. So suchte Ida Rolf nach alternativen Behandlungsmethoden und stieß dabei auch auf manuelle Methoden wie Osteopathie und Chiropraktik, welche ihre Arbeit beeinflussen sollten.

 

Erste Grundlagen

Ein weiterer grundlegender Einfluss war Yoga, das sie über viele Jahre regelmäßig praktizierte. Dabei erlebte sie, dass Körperhaltung und Bewegungsmuster durch systematische Dehnung und Ausrichtung aktiv beeinflusst werden können.

Sie begann, die gewonnenen Erkenntnisse an Menschen in Ihrer Umgebung anzuwenden. Durch den Einsatz ihrer Hände wurden Körperstellen, die durch Überlastung oder Verletzung steif und schmerzhaft geworden waren, wieder geschmeidiger und flexibler.

Schon bald wurde ihr bewusst, dass dieser Ansatz seine Grenzen hat. Wird ein lokales Symptom behandelt, ist die Wirkung der Behandlung oft nicht dauerhaft. Oder der Schmerz verlagert sich auf eine andere Körperregion. Diese Beobachtungen brachte die Wissenschaftlerin zu der Erkenntnis, dass alle Körperabschnitte in einer engen Verbindung zueinander stehen und sich dabei gegenseitig beeinflussen.

Das Prinzip der Ganzheit

Dieses Prinzip war Dr. Rolf bereits aus Osteopathie und Chiropraktik sowie aus den Grundsätzen des Yoga bekannt. Allen diesen Systemen gemein ist das Bewusstsein, dass Körper, Geist und Seele in einem ständigen Zusammenspiel miteinander agieren. In allen spielt die Ordnung innerhalb des Körpers und daher auch die Ausrichtung seiner Teile und deren Verhältnis zueinander eine wichtige Rolle. Diese Ansichten haben sich auch bei der Entwicklung der Strukturellen Integration bestätigt und gehören zu ihren Grundbausteinen.

Wie die Schwerkraft den Körper beeinflusst

Doch Ida Rolf fiel noch ein weiterer Zusammenhang auf: Die Schwerkraft hat einen entscheidenden Einfluss auf unseren Körper. Während unseres ganzen Lebens sind wir diesem Einfluss ausgesetzt, er ist immer präsent und begleitet uns überall hin. Um der Schwerkraft so gut wie möglich zu trotzen müssen, laut Dr. Rolf, Kopf, Rumpf, Becken, Beine und Füße möglichst gerade entlang einer Lotlinie angeordnet sein. So wird der Körper vom Boden gestützt und man benötigt weniger Energie und Kraft für Aufrichtung und Bewegung.

Sind die verschiedenen Segmente dagegen aus dem Lot, verstärkt die Schwerkraft diese Wirkung noch weiter. Damit steigt auch der Kraftaufwand, den wir für Aufrichtung und Bewegung benötigen.

Die weitere Entwicklung von Rolfing SI

Im laufe der nächsten Jahre optimierte Dr. Rolf ihre Methode und stellte sie Ärzten, Osteopathen und Chiropraktikern in den USA, Kanada und Europa vor. Um ihre Methode effektiv unterrichten zu können, entwickelte sie eine Abfolge von 10 aufeinander abgestimmten Sitzungen. In diesem Prozess wird der Körper Schritt für Schritt wieder ins Lot gebracht. Bis heute bildet diese so genannte „10er Serie“ die Grundlage einer Rolfing-Behandlung.

Die Entstehung des Namens „Rolfing“

In den späten 1960er Jahren präsentierte Ida Rolf ihre Arbeit am Esalen Institute in Big Sur, Kalifornien – zu jener Zeit eines der Zentren des Human Potential Movement (etwa: Bewegung für die Förderung des menschlichen Potenzials). Viele Interessierte ließen sich dabei von ihr „rolfen“ wie es halb scherzhaft hieß. Aus dieser Wortschöpfung wurde später die eingetragene und geschützte Marke „Rolfing“. Erste Kurse wurden veranstaltet, in denen man sich zum „Rolfer“ ausbilden lassen konnte. 1971 wurde das Rolf Institute of Structural Integration gegründet und zog im selben Jahr nach Boulder in Colorado um.

Rolfing in der ganzen Welt

Bis heute ist dieser Standort die Heimat des internationalen Rolf Institutes mit angeschlossener Schule für Rolfing Strukturelle Integration. Hier unterrichtete Dr. Rolf selbst bis zu ihrem Tod im Jahr 1979 im Alter von 83 Jahren.

Ihre Schüler sorgten dafür, dass sich ihr Erbe weiterentwickeln und ausbreiten konnte. Heute praktizieren mehr als 2200 Rolfer in über 50 Ländern in aller Welt.

Ab den späten 1970er Jahren ließen sich die ersten europäischen Therapeuten am Rolf Institute of Structural Integration ausbilden und brachten die Methode anschließend nach Europa. In München wurde 1990 die European Rolfing Association, der Verband der Rolfer in Europa, gegründet. An diesem Standort befindet sich ein Ausbildungszentrum, in dem Studenten aus Europa und der ganzen Welt aus- und fortgebildet werden. Weitere europäische Ausbildungszentren finden sich in Italien, in England und in der Schweiz.

Der Rolfing® Verband Deutschland e.V. wurde im Jahr 2013 gegründet und hat seinen Sitz in Berlin. Eingegliedert in die European Rolfing Association vertritt er die Interessen der in Deutschland arbeitenden und lebenden Rolfer.

Hubert Ritter

Hubert Ritter

Certified Advanced Rolfer
Berlin
www.rolfing-ritter.de